Willkommen in meinem Leben




Eifersucht

Verfasst: 14 September 2012



Doch wer zu sehr mit Eifer sucht,
dem wird die Suche bald zur Sucht.

[Jennifer Rostock]


Nico hatte an diesem Tag eine Feier.
Eine Feier ausgehend von seiner neuen Ausbildungsstelle.
Ich hatte angenommen, sie wäre intern.
Doch es schienen auch andere Gäste geladen zu sein.

Nico war immer davon ausgegangen,
sein Ausbilder sei schwul.
Wir hatten gerade erst darüber gesprochen.

An diesem Abend erhielt ich eine Sms von Nico.

"Er ist nicht schwul, seine Freundin ist hier und die ist auch noch scheiße heiß!"

outsch.
OUTSCH!

Ich hasste es wenn er es tat.
Andere Frauen als heiß oder geil zu bezweichnen.
Reifere Frauen wohlmöglich noch als Milf.

Mother I like to fuck.

Es tat mir weh,
sehr sogar.
Ich mochte es überhaupt nicht.

Ja, ich war eifersüchtig.
Manchmal sogar sehr.

Ich hatte große Angst,
dass ihm mal eine besser gefallen würde als ich.
Gerade in der momentanen Situation.

Sein Gerede über andere Frauen verletzte mich.
Früher hatte er dies nie getan.

Welches Mädchen wünscht sich nicht,
DIE Einzige für einen Jungen zu sein?

Ich tat dies jedenfalls.

Kommt davon wenn man hoffnungslos romantisch ist.

Die Sms wühlte einige Erinnerungen wieder auf.
Nico lies in letzter Zeit öfter solche Bemerkungen über Frauen fallen.

Mal abgesehen davon, dass ich diese ziemlich sexsitisch fand.

Es gibt da eine bestimmte Szene,
welche mich zum Zeitpunkt des Geschehens fast zum überscheumen gebracht hatte.
Es war in diesem Sommer auf dem Festival.

Wir waren mit mehreren Leuten dort gewesen.

Zum besagten Zeitpunkt hatten Nate, Nico und ich unter unserem Pavillion gesessen.
Die anderen waren unterwegs gewesen.

Unsere Zelte standen schon seitdem vergangenen Tag,
wir waren eher angereist als die meisten anderen Festivalbesucher die erst an diesem Freitagvormittag angereist waren als es passierte.

Schräg neben unserem Lager bauten zwei Mädels ihre Zelte auf.
Die eine blond und etwas pummeliger, die andere schlank und ebenfalls blond.

Die schlanke hatte einen ziemlich kurzen Rock und eine gemusterte Strumphose getragen.
Der Rock war etwas arg kurz wenn sie sich bückte.

Nico hatte gefragt ob ich ihm ein Bier aus unserem Zelt holen würde,
ich hatte es getan, ich wollte mir sowieso auch ein neues holen.

Ich war nur kurz im Zelt verschwunden.
Mit zwei Dosen Bier in der Hand kam ich wieder herausgekrabbelt.

Nico und Nate hatten ihre Stühle gedreht und hatten nun perfekten Blick
auf den Hintern dieser Blondine!

Fehlt ja nur noch Popcorn.

Ich hatte scharf Luft in meine Lungen gesogen um nicht gleich los zu schreien.
Ich ging auf Nico zu, knallte ihm das Bier in seinen Schoß und sah ihn an.

"Was soll das denn jetzt?", hatte Nico ärgerlich gefragt.

PENG.
Da war ich geplatzt.

"Was das soll? Das frag ich dich! Setz dich doch noch näher dran oder soll ich sie mal fragen ob sie ihren Rock noch ein Stück höher zieht?", wetterte ich.

"Nate guckt doch auch", war Nicos Entschuldigung.

"Nate ist auch nicht mein Freund!", warf ich ihm vor.

Es hatte so weh getan.

Manche mögen mein Verhalten übertrieben und mich überempfindlich nennen.
Aber mir tut es weh,
 mir geht es nah,
mich verletzt es,
ich habe Angst Nico zu verlieren.
An eine Andere.

1 Kommentar:

  1. ohje. glaub mir, ich würde da auch platzen. ich glaub ich weiß wie du dich da fühlst ...

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