Eine ganze Weile hatte ich Dan vom Biertisch aus beobachtet.
Janin hatte schon gesagt, er würde nicht mehr kommen.
Aber ich hatte nicht aufgeben wollen.
Ich war so nah dran gewesen, wortwörtlich,
Irgendwan hatte Dan sich aus seiner Gruppierung dann doch noch gelöst.
Allerdings steuerte er nicht uns an, sondern die Bierbude.
Sein Becher war leer.
Janin hatte schon die Vermutung geäußert,
dass Dan ein bisschen viel des Guten intus zu haben schien.
Ich war wohl zu benebelt um dies zu bemerken.
Dan blieb an der Bierbude stehen.
Wir gesellten uns dazu.
Eigentlich stand immer noch die Frage im Raum,
ob wir noch in die örtliche Disco wollten.
Ich hatte vorgehabt, dort niemals einen Fuß rein zu setzen,
aber mit Dan würde ich gehen.
Doch dann passierte das,
was alles versaute.
Und so böse das auch klingt,
Janin war schuld.
Janin hatte ein Poster der Veranstaltung abgegriffen und es aufgerollt.
Irgendwann im Gespräch hatte sie Dan damit aus Spaß gehauen.
Ich hatte nicht einmal gesehen,
wo sie ihn getroffen hatte.
Dan jedenfalls fand das gar nicht lustig.
Bevor die Diskussion zwischen Dan und Janin jedoch weiter gehen konnte,
kamen die Securitys.
Sie wollten die Halle räumen,
es war schon spät.
Wir verlagerten uns nach draußen.
Und ab da an sollte es das mit Dan gewesen sein.
Er blieb erst bei einer weiteren Gruppierung vor dem Eingang hängen
und verschwand dann zwischen den Büschen.
Ich hatte gebetet, dass er nur pinkeln gegangen sei.
Und er kam tatsächlich nach einer Weile wieder.
Ich lies ihn nicht aus den Augen.
Es konnte doch jetzt nicht alles versaut sein.
Das war Dan.
Das war meine Chance.
Und ich war so nah dran gewesen ...
so nah ...
Wenig später verschwand er dann in der Dunkelheit
und tauchte nicht wieder auf.
Tschüss mein Schöner.
Ich war extrem geknickt, enttäuscht und irgendwie auch sauer.
Mein Herz hatte sich noch nie so komisch angefühlt.
Ein wirklich merkwürdiges Gefühl.
Ich hatte noch lange auf die Stelle gestarrt,
an der die Dunkelheit Dan verschluckt hatte.
Ich sollte allerdings Ablenkung finden.
Janin wurde von einem jungen Mann angesprochen.
Irgendwoher kannten die beiden sich von früher.
Er schien ganz nett zu sein.
Ein Weiterer junger Mann gesellte sich zu uns.
Die Kerle kannten sich.
Der zweite hatte sich dierekt neben mir plaziert.
Er sah mich an, hielt mir die Hand hin und stellte sich mir vor.
"Ich bin Frederik"
Ich ergiff seine Hand.
"Ich nicht".
Korb Korb Korb!
Jetzt bekam der arme Kerl eben meine schlechte Laune ab.
Meinen Namen hatte ich ihm dann aber doch noch verraten.
Ich hatte dem armen Frederik einen miesen Spruch nach dem anderen an den Kopf geknallt,
und ihm nur die kalte Schulter gezeigt.
So wie damals mit Tarik in Hannover.
Es hatte tatsächlich Spaß gemacht.
Meine Zigaretten hatten den Abend nicht überlebt,
ich hatte Frederik gefragt ob er rauchte.
Er hatte mit nein geantwortet.
"Das ist ja schon mal scheiße", hatte ich mich beschwert "dann gibt's ja auch keine Zigarette danach"
"Das ist ja was anderes", hatte Frederik bemerkt und zog eine Schachtel aus seiner Hosentasche.
"Dann stellen wir uns jetzt vor, wir hätten ... und du gibts mir jetzt eine Zigarette", hatte ich gesagt.
Er hatte gelacht, meinen Satz wiederholt und mir eine Kippe gegeben.
Man musste eben nur wissen wie.
Seinen halbvollen Bierbecher hatte ich mir bereits auch gekrallt und bereits einen Fluchtversuch damit gestartet.
Frederik schien meine freche aufmüpfige Art zu mögen.
Ich hatte es also doch noch drauf.
Frederik hatte versucht sein Bier zurück zu ergattern.
Dabei landete er merkwürdigerweise dierekt hinter mir
und griff mit seinen Armen von hinten um mich herum um an seinen Becher zu kommen.
Ich gab mich geschlagen und gab ihm den Becher zurück.
Mit dir würde ich noch meinen Spaß haben, Freundchen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen