Willkommen in meinem Leben




Tarik.

Verfasst: 7. September 2012


Tarik hatte ich 2010 auf der Fahrt in Hannover kennengelernt.
Wir waren damals mit den Schülervetretern der Berufsschule unterwegs gewesen.
3 Tage lang waren wir gemeinsam in einer Jugendherberge untergebracht gewesen,
um irgendwelche organisatorischen Planungsarbeiten für die Schule vorzubereiten.

Unsere dort gesammelten Projekte wurden bis heute nicht umgesetzt.

Aber darum geht es gar nicht.


Tarik hatte ich seit Hannover eigentlich nur noch vom Weitem gesehen,
auch wenn wir noch immer auf die gleiche Schule gehen.

Dabei hatte er doch damals in Hannover sehr großes Interesse an mir gehabt.

Kaum hatte ich damals meine Zimmertür aufgeschlossen,
lag Tarik schon mit ausgezogenen Schuhen in meinem Bett.
Na immerhin.

Er hatte die gesamten drei Tage an mir rumgebaggert.
Gnadenlos,
Und genauso gnadenlos hatte ich ihn immer wieder abblitzen lassen.
Auch wenn ich seine Aufmerksamkeit genossen hatte,
sehr sogar.

Die Szene im Türrahmen werde ich wohl nie aus meinem Kopfkino bekommen.

Er war damals sogar vor mir auf die Knie gefallen,
und hatte meine Hand geküsst.
Er hatte sogar offen zugegeben, dass ich voll in sein Beuteschema passen würde.

Und von einer Freundin, die damals mitgefahren war,
hatte ich erfahren,
dass ich auf seiner Fick-Liste stand.

Wie unseriös!

Vor kurzer Zeit hatte ich Tarik wieder gesehen.
Es war auf dem vergangenen Hochzeitsmarkt.

Erst hatte ich die begegnung völlig vergessen,
doch jetzt ist sie mir wieder eingefallen.

Mit einem Kumpel hatte ich vor einem der Partyzelte
auf den Rest der Truppe gewartet.
Die Jungs waren Bier holen,
einige standen am gegenüberliegendem Schießstand.

Da stand er plötzlich vor mir.
Sehr dicht.
Wie aus dem nichts.
Er war einfach da.

"Tarik?", fragte ich.
Natürlich Tarik.
Ich weiß doch wie er aussieht.

"Weißt du wann der letzte Bus fährt?", fragte er.

Ich gab ihm Antwort.

"Weißt du auch wo?".

Ich versuchte ihm den Weg so einfach wie möglich zu erklären,
er schien auch nicht mehr ganz nüchtern zu sein.

Erinnerte mich sehr stark an den einen Abend in Hannover.
Wir waren schrecklich versackt.

Volle Flasche,
zu voller Flasche,

Nachdem Tarik sich die wirklich einfache Wegbeschreibung angehört hatte,
hakte er mich unter und zog mich einfach mit sich.

"Ehm, moment mal", hatte ich gerade noch gesagt und gelacht,
als der mit mir wartende Kumpel mich sacht von Tarik wegzog.

Tarik hatte noch irgendetwas unverständliches gemurmelt und war dann genauso schnell wieder verschwunden, wie er aufgetaucht war.

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