Willkommen in meinem Leben




ChaosTag.

Verfasst: 17 Juni 2010.


Ich seh was, was du nicht siehst.
Guck mal was, auf unseren Jacken steht!
'Tschuldigung, Du stehst im Weg
& wir müssen hier vorbei.

Wir sind jung und nicht mehr jugendfrei.

[Tokio Hotel]


100 Schüler.
mehr als doppelt so viele Lippenstifte.
2 Megafone.
ein paar Kästen Bier.
unzählige Zigaretten.
ein Kapriole.
laute Musik.
& ganz viel gute Laune !.


Alles begann morgens um 7 Uhr.
Seit 6 war ich schon auf den Beinen.
Der kalte Morgenwind hatte mir auf dem Weg zur Schule um die nackten Beine geweht.
BeachParty - hieß das Motto.
Kurzer Rock, FlipFlops, Sonnenbrille, das AK-TShirt - bewaffnet mit Lippenstiften.

Es war schon die zweite Zigarette die ich rauchte, als Gustav & seine Kumpels mit ihrem Kapriole vorfuhren.
Für Gustav hatte ich noch eine von meinen Sonnebrillen herausgesucht.
Ich würde ihn so schrecklich vermissen ...

Nach und nach trudelten wir alle ein.
Kurz nach 7 Uhr, Morgens.

Die Positionen wurden verteilt und wir nahmen sie ein.
Mit meiner Position war ich mehr als zufrieden.
Wir, Vanessa, eine weitere Freundin & ich standen genau auf der Strecke, die ER laufen musste um zur Schule zu kommen.
Langsam kamen die ersten Schüler auf die Schule zu.
Fahrräder wurden angehalten, kaum jemand kam unbemalt an uns vorbei.

Wie sehr ich mich auf diesen Tag gefreut hatte!.
Ich hatte meinen Spaß.

& dann kam ER.
Es war nur wenige Minuten vor 8 Uhr.

Ich zog mir die Sonnebrille aus dem Haar und schob sie mir auf die Nase.
Mit schnellen Schritten ging ich auf ihn zu & zückte noch im Gehen den Lippenstift.

"So, jetzt hast du ein Problem!", ich hatte mich so sehr gefreut.

"Ich komme aber zu spät", versuchte er sich noch raus zu reden.
Aber ihm sollte keine Gnade gelten!.
Er wurde angemalt, wie alle anderen auch.
Aber besonders bei ihm, hatte ich meinen Spaß.
& ab da an stieg meine gute Laune nur noch mehr.

Nach 8 Uhr wurde sich versammelt.
100 Leute, 2 Megafone.
Die Schule wurde gestürmt.
Mit Gesang und Geschrei.

So sehen Sieger aus - schalalalala !.

Immer und immer wieder zogen wir durch die Schule.

Raik, aus meiner Klasse, er hatte eines der Megafone, brüllte "Hinsetzen, Hinsetzen!".
Wir setzten uns alle vor das Lehrerzimmer.
Das war schon in der ersten Pause.

"Gebt mir ein H!", brüllte Raik druch das Megafon.
"Gebt mir ein U!".
"Gebt mir ein M!".
"Gebt mir ein B!".
"Gebt mir ein A!".

"Wir singen Humba, Humba tätärää, tätärää!".

Es war einfach so unbeschreiblich geil !.
Ein wahnsinniges Gefühl.
Alle hatten mitgemacht, ohne Hemmung.

So viel Remmi Demmi hatte diese Schule bisher wohl noch nicht erlebt.
Wir stellten alles in den Schatten.

Schon um kurz nach 10 wurden wir rausgeworfen.
Wir drehten noch eine Ehrenrunde.
"Wir haben Hausverbot, schalalalala!".

Dann ging es auf den Parkplatz.
Die Musik wurde im Kapriole aufgedreht.
Die ersten Bierflaschen wurden geköpft.

Wir saßen alle praktisch mitten auf dem Schulgelände.
Wir rauchten.
Wir tranken Alkohol.
Und die Lehrer interessierte das alles gar nicht.

Es wurden Fotos geschossen, als Erinnerung an diesen Tag & an die schönen Jahre.
Julius hatte sein Bier genommen und mit mir angestoßen.

Selbst Yo, der im Unterricht neben mir gesessen hatte umarmte mich.
Okay, er war betrunken.
"Es war toll neben dir zu sitzen, Lucy du bist die beste, ich hab dich lieb!".

Eine Zeit lang, stand ich mit Gustav zusammen.
Ich würde ihn wirklich sehr vermissen.
Bis ich plötzlich hörte, wie er sagte auf welche Schule er jetzt wechselte.
Auf die, auf die ich auch gehen würde!.

"Dann sehen wir uns ja in der Raucherecke!", hatte er gesagt und mich angelächelt.
Auch Julius würde nach dem Sommer auf die Schule gehen.
Dann hatte ich dort wenigstens meine Raucher.

Noch auf dem Parkplatz kam plötzlich mein verhasster Nachbar bei mir an.
"Hey Nachbarin!", hatte er gesagt.
Auch er, war schon nicht mehr ganz nüchtern.
"Hast du mal 'ne Kippe für mich?", hatte er gefragt.
Ausnahmsweise.
"Danke, aber sag das nicht Isa!".
"Nein", lachte ich.

Isa war seine Freundin, oft hatte sie mir schon gesagt, dass sie nicht mochte, dass er rauchte.
Aschenbecher küsst man nicht.

Es war kurz vor halb 12.
Vanessa und ich wollten ein letztes Mal zusammen zum Bunker.
Wir verliesen die Party am Parkplatz.
Jede von uns hatte ein Bier in der Hand.
Ich gebe zu, ich war vielleicht angetrunken.
Vanessa aber schon ein bisschen mehr.

Auf dem Parkstreifen kam uns Roque entgegen, er ging auch in unsere Klasse.
Er hob die Arme und sang irgendetwas.
Ich grölte im Vorbeigehen mit.

Schon der Weg zum Bunker war beschwerlich.
Vorallem für Vanessa.

Als wir ihn endlich erreicht hatten, setzten wir uns dort auf die Stufen.
Rauchten die was.weiß.ich.wie.vielte Kippe an diesem Tag.

Ich weiß noch, das Vanessa versucht hatte die Wände des Bunkers zu zählen.
ER war auch am Bunker.
Marius auch.
Der Große, mit der Mütze & dem Rucksack.
Sie standen etwas entfernt von uns.

Als Vanessa und ich aufgeraucht hatte, versuchten wir wieder aufzustehen.
Klappte irgendwie noch.
Dann gingen wir an der anderen Rauchergruppe vorbei.

Marius hatte das Bier in meiner Hand gesehen.
"Und wo ist mein Bier?", hatte er uns hinter her gerufen.

Ich hatte nur kurz über meine Schulter gesehen.
ER stand direkt neben Marius, noch immer mit meinem Lippenstift auf den Wangen.
Dann sah ich wieder nach vorne und konzentrierte mich wieder darauf, gerade zu laufen.
Die freie Hand , die ohne Bier, streckte ich in die Luft und wedelte damit herum.
Dann grölte ich "SCHEISS SCHULE! WIR HABEN HAUSVERBOT - SCHALALALALA!".

Das nenne ich mal einen Abgang, noch einmal schön vor IHM und einmal vor Marius blamieren.
& das auch noch gleichzeitig.

Dann wurde noch ein bisschen auf dem Parkplatz gefeiert.
Schnapsleichen waren an diesem Tag keine Seltenheit.

Kurz nach halb 1 war ich erst zu Hause gewesen, Vanessa war noch kurz mitgekommen.
Wir waren Barfuß von der Schule zu mir gelaufen.
Hatten gesungen, gegrölt und gelacht.

Gegen Mittag hatte ich schon im Bett gelegen.
Seit 6 Uhr wach.
6 Stunden gefeiert.
Massig geraucht und hier und da mal etwas getrunken.

Ich hatte erst einmal meinen Rausch auschlafen müssen.
Das war's mir wert gewesen !.
Diesen Tag, werde ich niemals vergessen.
Und er ist einer von den wenigen, die ich im positiven Sinne - nie vergessen werde.

(Nur Anton, hatte ich nicht mehr zu Gesicht bekommen...)

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