Willkommen in meinem Leben




Gustav's Party.

Verfasst: 26. Juni 2010.



Gestern, Freitag.
Gustav hatte mich zu seinem Geburtstag eingeladen.
Er wollte ihn nachfeiern.


Meine Mutter wollte mich hinfahren.
Ich war noch nie bei Gustav gewesen, wusste nicht einmal genau wo er wohnte.
Außerdem würde ich erst mitten in der Nacht zurück sein, da war es besser, wenn sie mich wieder abholen kam.
Auf dem Weg zu Gustav hatten wir Vanessa abgeholt.

Wir hatten uns natürlich verfahren!.
Plötzlich kam uns ein Junge auf einem Fahrrad entgegen.
"Ist das nicht Alejandro?", fragte Vanessa vom Rücksitz.
"Ist er! Umdrehen ! Hinter her", ich gestikulierte mit meinen Händen herum.

Aljeandro war der Junge, der mich immer wegen der Schildkröte aufzog, die mich mal gebissen hatte.

Wir waren umgedreht und ihm gefolgt.
5 Meter.
Dann waren wir da.

Sander's rotes Kapriole stand schon vor der Haustür.
Wie hatten wir das denn übersehen können?

Aber Gustav wohnte wirklich am Ende der Zivilisation.
Dafür sah er heute verdammt gut aus!.
Ich muss zugeben, ich hatte ihn schon immer süß gefunden.
Auch wenn er eigentlich gar nicht in mein Beute-Schema passte.

Lieb wie immer, hatte er uns begrüßt.

"Seit ihr nicht gerade in die falsche Richtung gefahren?" hatte Aljeandro gefragt.
Ich mochte die Art, wie Alejandro sprach.
Er rollte das R immer so komisch.
Das war irgendwie niedlich.

Vanessa und ich hatten uns mit Alejandro auf einer der Bierzeltbänke gesetzt und gleich das erste Bier getrunken.

Nach und nach kamen die nächsten Leute.
Manche davon kannte ich gar nicht & manche nur vom sehen.

"Hey da ist Mikel", hatte Vanessa gesagt.
"Mikel?", hatte ich laut überlegt.
"Ist das der, den Raik's Oma mal angefahren hat?".

Die Geschichte war verdammt lange her, irgendwie auch nicht witzig.
Aber sie hatte sich herum gesprochen.

Vanessa hatte genickt.
"Den hab ich auch schon lange nicht mehr gesehen. Nur beim Arzt, nach dem Raik's Oma ihn angefahren hat", bemerkte ich.

Vanessa lachte.

Im laufe der nächsten halben Stunden standen plötzlich Marie und Jens im Garten.
"Marie!", rief ich und sprang auf.
Ich lief zu ihr und knuddelte sie ersteinmal.
Mit ihr hatte ich heute gar nicht gerechnet, aber es war schön, dass sie da war.
Vorallem wegen später...


So ungefähr nach dem dritten Bier, hatte ich angefangen mich mit Mikel zu unterhalten.
Er hatte mir gegenüber gesessen.
Er hatte mich gar nicht gekannt.
Ich kannte ihn eben auch nur vom sehen.
Er stellte sich aber als ziemlich nett heraus.

Er hatte um eine Kippe gebeten und um Feuer.
Ich hatte ihm beides gegeben.
"Darf ich dir dafür einen Handkuss geben, Lady?", hatte er gefragt.
"Nein danke. Ist schon okay", hatte ich abgelehnt.
Er nannte mich eine ganze Zeit Lady, weil er nicht gewusst hatte,
wie ich heiße.
Irgendwann hatte er mal danach gefragt.

Ich hatte neben Vanessa gesessen, sie saß links von mir.
Rechts von mir saß ein Junge, den ich auch nicht gekannt hatte. Jonas.
Der war eigentlich auch ganz nett.
Gegenüber von mir saßen Mikel, Ben.
Sander stand hinter ihnen.
(Ben war in meine Klasse gegangen, früher war er wie Anton's Schatten gewesen ...)

Als ich ein Bier öffnete und es dabei spritze, wischte ich mir erstmal durchs Gesicht.
"Da fühlt man sich gleich richtig geduscht!".
"Auja...." Jonas hatte sich lachend über die Arme gewischt.
Herjeh, wie peinlich.

Irgendwie fiel das Thema auf Beziehungen.
"Wie findest du denn Jonas?", hatte Mikel gespaßt.
"Ist nicht so mein Typ", gab ich von mir.
"Ich weiß noch", setzte Sander an und grinste.
So konnte wirklich nur Sander grinsen!
"Jake".

"Oh bitte nicht!", hatte ich gejammert.
Ben fing an zu lachen.
"Es war echt zu geil, wie du auf der Verabschiedung gesessen hast und geheult hast", lachte Sander. "Jake Jake Jake".
"Bitte das ist mit Jake Jahre her! & wegen ihm hab ich gar nicht geheult. Ich war nur traurig". hatte ich versucht mich zu retten.
"Jake?", hatte sich jetzt auch Mikel mit eingeklingt.
"Warst du mal mit dem zusammen?".
"Nein!", hatte ich direkt gesagt.
War ich auch nie gewesen.
Ich fand ihn nur mal sehr anziehend.
"Jetzt ehrlich?", beharrte Mikel.
"Nein. Ich war nicht mit Jake zusammen! Ach Leute, das ist Ewigkeiten her!", startete ich einen neuen Rettungsversuch.

"Und? wie lange ist deine letzte Beziehung her? So ungefähr?" hatte Mikel dann gefragt.
"Hm", überlegte ich. "Fünf Monate und eine Woche!".
"Ouh" machte Mikel, "dann brauchst du ja mal wieder Frischfleisch".

Ja, wäre nicht schlecht.

Langsam hatte ich von dem vielen Bier auf's Klo gemusst.
Ich war aufgestanden und hatte Gustav gefragt, wo sich das Bad befand.
Eigentlich hatte ich mit einer Wegbeschreibung gerechnet.
"Die Gartentür, durchs Wohnzimmer, Flur, erste Tür vor'm Eingang".
Aber nein.
Gustav war aufgestanden. Vorrausgegangen. Hatte mir die Türen aufgehalten.
Bis zum Badezimmer.

Der Junge hat Benehmen!

Als ich wieder zurück an meinen Tisch zu den Jungs ging, sah Mikel zu mir auf.
"Ah, da ist ja die Süße wieder".
Gegrinst hatte er.
War es mir nur so vorgekommen oder hatte er tatsächlich den ganzen Abend mit mir geflirtet?

Irgendwann hatte ich angefangen mit einem der Flaschenöffner rumzuspielen.
Nur solange, bis ich das Logo darauf gesehen hatte.
Es war das Logo eines Dachdeckers.
Bei diesem Dachdecker hatte mein Cousin lange gearbeitet.
Aber das war es nicht, was mich hatte stocken lassen.
Nein, mit diesem Dachdecker, hatte ER ein Praktikum gemacht ...

Irgendwann am Abend tauchten sogar noch Raik, Nik, Yo, Päddington und Julius auf.
Mit denen hatte ich an diesem Abend aber eigentlich wenig zu tun.

Mikel hatte immer schön dafür gesorgt, dass ich auch zu trinken bekam.
Er war immer aufgestanden und hatte mir etwas geholt.

Irgendwann saß ich neben Gustav, ziemlich eng sogar.
Ich konnte ihn riechen.
Er roch so gut.
Hatte er irgendwie besser ausgesehen als sonst?
Hin und wieder hatte ich seine brennende Kippe nehmen müssen.
Immer dann, wenn gerade sein Vater kam und nach dem Rechten sah.

"Bist du eigentlich noch zu haben?", hatte Mikel Gustav gefragt.
"Ich bin doch schon mit Lucy zusammen", Gustav hatte sanft meine Schulter gestreichelt und ich hatte eine Hand auf seinen Rücken gelegt.

Irgendwie kam es dann, das Gustav wieder aufgestanden war und sich wenig später mir gegenüber gesetzt hatte.
Er hatte mich angesehen und mir einen Kuss zugehaucht.
Ich tat das auch.
Vanessa fand das wirklich süß.

Später hatte ich mich noch lange mit Maurice unterhalten.
M. er war mir seit Berlin so ans Herz gewachsen.
Wir hatten das Thema Tattoos gehabt.
Ich hatte ihm groß und breit erklärt, warum ich eines stechen lassen wollte.
Vielleicht hatte ich es mir eingebildet, oder es kam von dem Alkohol, den er schon getrunken hatte, aber seine Augen wurden immer glasiger.
Fast so, als würde ihn meine Gesichte sehr berühren.
Auch Jonas hatte dabei aufmerksam zugehört.
Im Laufe des Abends war er immer netter geworden.

Es muss so kurz nach 23Uhr gewesen sein, als Päddington mich ansprach.
"Kann das sein, dass Vanessa voll fertig ist?".
Ich nickte.

Ich hatte es ihr gesagt ...

Dann war sie aufgestanden und verschwunden.
Ein Junge, mit dem ich auch mal in einer Klasse gewesen war rief mich zu sich.
Ich sollte mitkommen.
Vanessa hatte in einem unschönen Zustand auf der Hofeinfahrt gestanden.
Julius war dann auch dazugestoßen.

Irgendwer hatte Gustav's Vater geholt.
Er hatte Vanessa nach Hause fahren müssen.

Ich stand alleine mit den Jungs auf der Einfahrt.
Maurice. Julius. Sander. Gustav. & der andere Junge.

Maurice hatte mich noch in den Arm genommen weil mir kalt gewesen war.

"Soll ich dir meine Jacke aus dem Auto holen?", hatte Sander angeboten.
"Danke, geht schon", fröstelte ich.
Das Sander dann doch zum Auto gegangen war hatte ich gar nicht bemerkt.
Von hinten hatte er mir plötzlich seine Jacke umgehängt.
Dankend war ich hinein geschlüpft.
Auch er hatte später noch seinen Arm um mich gelegt.

Marie war zu unserer kleinen Gruppe hinzugestoßen.
Wir hatten ein paar ernste Worte ausgetauscht ...
Bald darauf, waren sie und Jens gefahren.

Als Gustav's Vater wiederkam, hatte ich mich auch noch mit ihm unterhalten.
Ein paar der Jungs waren auch dabei gewesen.

So gegen halb 1 fuhr meine Mutter mit dem Auto vor.
Ich war kurz hingegangen und hatte ihr gesagt, das Vanessa schon nach Hause gefahren werden musste & das ich nur schnell meine Tasche holen wollte.

Gustav ging plötzlich neben mir.
Er begleitete mich bis in dem Raum, wo meine Tasche gestanden hatte.
Hielt mir wieder die Türen auf.
Als ich auf der Einfahrt Sander's Jacke auszog, stand Gustav immer noch neben mir.
"Darf ich dich noch mal knuddel?" hatte ich gefragt und ihn angelächelt.
Er hatte die Arme ausgestreckt und mich an sich gedrückt.
Er roch immer noch so gut.
Dann hatten wir uns verabschiedet.
Sander hatte ich noch schnell die Jacke zurück gegeben und war dann gefahren.


...
Es war eigentlich ein sehr schöner Abend.
Mit vielen schönen Kleinigkeiten die das ganze so aufregend gemacht hatten.
Das mal etwas schief geht, war leider auch hier nicht ausgeblieben.
Darüber hatte ich mich sehr geärgert, wollte mir aber nich weiter die Laune verderben lassen ...

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