Willkommen in meinem Leben




in Gustav's Arm.

Verfasst: 10 Juni 2010


Eigentlich hatten wir endlich unsere Abschluss-Shirts bekommen sollen.
Und das ausgerecnet in der Pause!
Wir waren natürlich als letztes dran und hatten endlos warten müssen.
Die Raucherpause im Bunker ging drauf.

Die Pause war schon fast vorrüber gewesen.
Es hatte mich schrecklich aufgeregt.
Ich wollte eine Rauchen.
Ich wollte zum Bunker.
Ich wollte zu ihm.
Es waren doch nicht mal mehr fünf Tage Schule !.
Jetzt wurde mir auch noch Zeit gestohlen, ich hatte doch eh nur noch so wenig.

"Lucy?", hörte ich Julius neben mir sagen.

"Hm?".

"Bunker?"

Jetzt war es mir auch egal, würde ich mir mein Shirt eben später holen!.
Zwischen Julius und Gustav ging ich den Flur entlang, die Treppe hinunter und raus zum Bunker.

Als wir drei dort aufliefen konnte ich IHN schon sehen.
Wir würden uns zu ihm stellen, ganz klar.

"Jetzt hab ich wieder schlechte Laune", hatte ich zwischen den beiden Jungs gemurmelt.
Dabei wollte ich ihn doch sehen, vorallem aber wollte ich, dass er mich sieht.

Julius und Gustav hatten sich zu ihm gestellt, ich stand immer noch in ihrer Mitte.
Zwischen den großen Jungs und als einziges Mädchen kam ich mir irgendwie noch kleiner vor als sonst.
Wenigstens konnte ich jetzt Eine rauchen.
Ich verfolgte ein bisschen das Gespräch zwischen den Jungs.
Er laberte wieder irgendeinen Quatsch.
Wahrscheinlich habe ich deswegen wieder die Augen verdreht.

Wir hörten nicht auf uns zu ignorieren.
Wir würden tatsächlich so auseinander gehen.
Ohne auch nur ein einziges Wort mehr zueinander gesagt zu haben.

Als wir aufgeraucht hatten, ging ich wieder neben Gustav in Richtung Schule.
ER lief mit Julius hinter uns und hatte immer noch nicht aufgehört zu reden.

"Wie mich sein Gelaber aufregt" hatte ich bissig gemurmelt.
Da legte Gustav seinen Arm um mich und zog mich näher an sich ran.
Arm in Arm gingen wir direkt vor ihm.

Oh, welch Triumph!.
Vielleicht konnte ich ihn doch wenigstens noch ein bisschen eifersüchtig machen?

"Ach Lucy", hatte Gustav zu mir gesagt.
"Nur noch ein paar Tage, dann siehst du ihn nie wieder!".

Welch Trost.
Es war ja nicht so, dass ich ihn nie wieder sehen wollte. Nein.
Aber wie sollte Gustav das schon verstehen?

& Gustav.
Gustav würde ich wohl auch nicht mehr sehen.
Dabei hatte ich ihn gerade jetzt so ins Herz geschlossen.

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