Willkommen in meinem Leben




Fabrice.

Verfasst: 2 August 2009

Da stand ich nun. An den Einkaufswagen gelehnt und wartend. Dann kam er mir in den Sinn. Was würde ich jetzt machen wenn er hinter mir stehen würde? Oder wenn er an mir vorbeilaufen würde? Vielleicht anlächeln. "Hallo" sagen oder ihn sogar rufen?. "Hey", sagt plötzlich eine dunkle Jungenstimme hinter mir. Ich drehe mich um. Er ist es nicht. Es ist F. Er lächelt mich an, seine dunklen braunen Augen blitzen. Seine Haut wirkt in dem künstlichen Licht viel dunkler als sonst. Die Haare trägt er jetzt noch länger und gewachsen ist er wohl auch. "Hallo", sage ich. Ich merke wie ich anfange zu zittern und frage mich warum. Nervös lehne ich mich lässig an den Einkauswagen und lächel ihn an. Wir haben uns lange nicht gesehen. Und miteinander geredet auch nicht. Obwohl wir in die selbe Klasse gehen. Und Obwohl wir uns mal sehr nahe standen. Das er in mich verliebt war oder ist hatte er allerdings nie zugegeben, auch wenn selbst sein bester Freund und sein Cousin das gesagt hatten. Für mich war er nie mehr als ein Freund zum trösten gewesen. Wir haben uns gut verstanden. Ein Mädchen aus meinem Kunstkurs hatte mich mal in der Pause auf dem Schulhof darauf angesprochen, wie lange ich schon mit F. zusammen sei. Daraufhin habe ich sie nur verdutzt angesehen. Wir waren nie zusammen. Offiziell nicht. Inoffiziel vielleicht? Ich weiß es nicht. "Du hast dich wieder verändert", sagt er grinsend. Ich nicke. Er wird den blonden Pony und die pinken Strähnen in meinen schwarzen Haaren meinen. "Wie gehts was hast du so gemacht?", fragt er mich. "Ach nicht viel", sage ich. "Gammeln und vorm Computergehangen?", er lächelt. "Nein. Eher Babysitten und 'ne Woche einen Hund gehabt. Also alles ausser Ferien. Aber heute Nacht fahre ich mit einer Freundin zum Zelten", antworte ich langsam. "Hast du dir ja ein super Wetter ausgesucht", meint er. "Ja", ich nicke wieder, "ich habe immer so ein Glück". "Seit ihr gar nicht in Portuqal?", frage ich ihn. "Vielleicht fliegen wir noch. Naja, ich muss dann auch los", er macht eine schwenkende Handbewegung. "Tschüss", murmel ich. Dann verlässt er vor mir den Laden. Ich kann weder seinen Bruder noch seine Eltern entdecken. Zwei, drei Minuten später schiebe ich den Einkauswagen raus auf den Parkplatz. Ein paar Autoreihen vor mir sehe ich F. wieder. Seite an Seite mit einem Mädchen, das ich nicht kenne. Mir wird mulmig zumute. Ein großer Geländewagen fährt vor. Das Auto gehört nicht seinen Eltern, das weiß ich. Er steigt das Mädchen ein, in ihrer lila Röhrenjeans und ihren langen braunen Haaren. Sie ist nicht sonderlich hübsch. Dann steigt F. mit ein und das Auto fährt los. Ich sehe ihnen nach. Es ist ein komisches gefühl. Die ganze Szene war komisch. Wie in einem schlechten Film, wo er und sie sich nach einer gescheiterten Beziehung wieder sehen und noch Gefühle da sind. Zumindest bei ihr. Bei mir ? Nein eigentlich waren da nie richtige Gefühle. Aber jetzt, ich bin nicht eifersüchtig, nein. Aber ich hätte dieses Mädchen sein können. Ich denke schon das er mit ihr zusammen ist. Ich hätte sie sein können, vor nicht langer Zeit. Das Mädchen das an seiner Seite läuft wäre ich gewesen, das bin ich gewesen. Aber ich wollte ihn nie. Und als Kumpel irgendwann auch nicht mehr.

Es ist schon komisch. Manchmal merkt man erst, das man jemanden vermisst, wenn man sieht das derjenige einen schon vergessen hat

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